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haben viel Erfolg und deswegen verdientermaßen auch wieder Fans. Einer davon ist vierbeinig. Ben, ein siebenjährige Pyrenäenschäferhund, lässt kein Training aus. Während die jungen Athleten des Sterkrader Traditionsvereins ihre Trainingskilometer auf dem Kanal abpaddeln, rast Ben das Ufer auf und ab und feuert sie mit lautem Gebell an. Die Stimmung ist einfach gut rund um die idyllische Anlage am Stadion Niederrhein. Das hat viele Gründe, der wichtigste ist, dass die Abteilung so erfolgreich ist, wie lange nicht mehr. So stellte sie mit Christoph Zierhut und nun Lukas Reuschenbach zweimal in Folge Oberhausens Sportler des Jahres. Die beiden sind nur zwei Beispiele für eine immer breiter werdende Spitze. Es gilt als fast sicher, dass vom TC 69-Nachwuchs in den nächsten Jahren noch viel zu hören sein wird. Das weiß auch der langjährige DKV-Präsident und TCler Ulrich Feldhoff, der die Hoffnungsträger regelmäßig auf großen Regatten anfeuert.Nach dem bis heute herausragenden Olympia-Gold von Paul Lange 1960 in Rom in der 4 x 500 m-Staffel und Bronze im Zweier, den nationalen Erfolgen von Walter Brandenburg oder den erfolgreichen Wildwasser-Kanutinnen Silke und Heike Schlautmann mit Trainer Michael Schaluschke wurden die sportlichen Ausrufezeichen des TC kleiner. Die Abteilung schrumpfte bis auf 74 Mitglieder. Walter Brandenburg und Uli Klöter aus dem Vorstand sowie Trainer und Rennsportwart Randolf Wojdowski setzten sich vor nunmehr zwölf Jahren zu einer Krisensitzung zusammen und beschlossen: „So geht’s nicht weiter, da muss was passieren.“ Brandenburg: „Ohne mich allzusehr zu loben: Ich habe Drachenbootfahren nach Oberhausen gebracht.“Das war im Nachhinein betrachtet geschickt eingefädelt, denn fortan wuchs die Abteilung wieder. Eine Drachenbootmannschaft kommt auf über 20 Kanuten und verschaffte der Abteilung damit wieder eine finanziell gesündere Basis, so dass Teil zwei des Plans greifen konnte: Nachwuchs fördern im klassischen Kanu-Rennsportbereich. Wojdowski, neben seiner Tätigkeiten im Verein auch Geschäftsführer des NRW-Kanuverbandes: „Im ersten Jahr haben wir mit zehn Kindern begonnen und es galt, was auch heute noch gilt: Wir bauen unsere Talente langsam auf.“ Wegen des spielerischen Heranführens und altersdosiertem Training vertrauten immer mehr Eltern ihre Sprösslinge den TC-Fachleuten an. Bald standen bis zu 40 Kinder und Jugendliche im Training und lernten Kanu von der Pike auf. „Bis dahin war es ein finanzieller Drahtseilakt, denn unsere Boote waren alle steinalt“, erinnert sich Wojdowski an die wackligen Anfangstage.Doch die Drachenbootabteilung wuchs mit dem Boom dieser Sportart weiter und erlaubte den Rennsportlern kontinuierlich eine Flotte aufzubauen die wettkampfgerecht und konkurrenzfähig ist. Mit aktuell zehn Zweiern, drei Vierern und 40 Einern ist der Verein gut bestückt. „Wir sind jetzt immer mit zwei Hängern zu den Regatten unterwegs“, freut sich Wojdowski über den großen Zuspruch und meistert die logistische Herausforderung nur zu gerne. Wojdowskis Kenntnisse um Fördertöpfe und Kontakte waren beim Aufbau der Flotte dabei sehr hilfreich. Die Sportler selbst besitzen keine Boote, sondern durchwandern altersbedingt das Sortiment vom einfachen Einsteigermodell für Kinder bis hin zum wettkampftauglichen Rennboot, das aufwändig aus Epoxydharz und Kohlefaser gebaut wird. Zudem wurde in Eigenarbeit der wieder motivierten Vereinsmitglieder das Vereinshaus am Kanal renoviert und ist heute ein gemütlicher Mittelpunkt für die Kanu-Familie. 350 Mitglieder hat die Abteilung nun wieder. Den Sterkradern ist dabei das Kunststück gelungen, Drachenboot-Kanuten und Rennsportler im klassischen Bereich unter dem Abteilungsdach zu einen. Keine leichte Aufgabe und dies gelingt auch nicht vielen anderen, da die Sportler von der Mentalität her einiges auseinander liegen, vergleichbar etwa dem Verhältnis von Tennis zu Squash. Beim TC 69 aber ist die Atmosphäre von gegenseitigem Respekt und Stolz auf die Erfolge der Gesamtabteilung geprägt. „Wir leben in einer Symbiose“, betont Brandenburg. Denn auch die leistungsorienierten Drachenbootsportler der Centro Dragons hatten bis vor kurzem einen sportlichen Höhenflug der bis zu Weltmeisterschaftsehren führte. Zur Zeit ist Stabilisierung auf gutem Niveau angesagt. Der TC 69 hat im Drachenboot mittlerweile eine breite Basis, da auch Betriebssportgruppen aufgenommen wurden, die dem Kanusport im Riesenboot gesellig nachgehen. Drei eigene Drachenboote besitzt der TC 69, drei von gastierenden Teams sowie ein Kurzboot kommen hinzu. Dafür aber ernten die Rennsportler derzeit Medaillen auf Landes- und Bundesebene praktisch wie am Fließband. Brandenburg: „Was da im Moment passiert, ist erstaunlich.“ Lukas Reuschenbach verpasste die Qualifikation für die Junioren-WM nur knapp, doch nächstes Jahr könnte es schon für die Junioren-Nationmannschaft reichen. Dafür hielt er sich bei Landesmeisterschaften mit fünf goldenen Medaillen, bei der deutschen Meisterschaft mit zwei Titeln und einmal Silber sowie zwei Siegen und einmal Bronze bei den Olympic Hope-Games im polnischen Bydgoszcz schadlos. Spätstarterin Katharina Köther, sie ist erst seit drei Jahren aktive Kanutin, gefiel bei der deutschen Meisterschaft zuletzt mit dem Sieg im Kanu-Mehrkampf, einer Disziplin, die über das Kanufahren allein hinausgeht und Elemente der Leichtathletik mit einbezieht. Hinzu kam Bronze im Einer auf Bundesebene, Rang zwei im Kanu-Mehrkampf im Land sowie Bronze im Einer. Mit Lukas Reuschenbach war sie vom Deutschen Kanu-Verband auch zu den Olympic Hope-Games eingeladen worden, hier landete sie vordere Platzierungen. Die beiden stehen in einer Reihe von hochbegabten Talenten, die dieses Jahr ebenfalls toll in Schwung kamen. Kai Angenendt holte DM-Silber im Sprintvierer, Rang sieben im Sprintzweier sowie NRW-Gold im Vierer. Lars Kuhle hat dreimal Gold im Vierer auf Landesebene vorzuweisen und Rang acht bei der DM im Vierer. Marius Gerritsen schnappte sich DM-Silber, wurde Sechster im Vierer und Achter im Zweier bei den nationalen Titelkämpfen in München. Bei den Landesmeisterschaften holte er dreimal Gold. Lukas Baeumler war dreimal auf Goldfahrt im Vierer bei den Landestiteln und ergatterte Bronze im Einer und Zweier. Bei der DM kam er auf den fünften Rang im Vierer, wurde Sechster im Zweier und Elfter allein unterwegs. Hierbei ist zu sagen: Mit einigen ihrer Platzierungen waren die jungen Sterkrader nicht zufrieden – der gesunde sportliche Ehrgeiz wird sie im kommenden Jahr weiter anstacheln, noch nachzulegen. Den Medaillensegen dieser Saison komplettiert der Sterkrader Vierer mit Melissa Angenendt, Monique Wenzel, Jana Steingräber und Inga Benjamins und Bronze bei den Landesmeisterschaften über die 2000 Meter.Diese Edelmetallflut kommt nicht von ungefähr, denn das Ergebnis folgt auf das langjährig angelegte Trainingskonzept der Wojdowski und Reuschenbachs. Die haben sich mit Vater Randolf Wojdowski und Sohn Mirko als Jugendtrainer sowie Jochen Reuschenbach (Jugendwart und Trainer Schüler A) mit Ehefrau und Mutter Sigrid Reuschenbach (Trainerin Schüler B und C) ganz dem Kanu-Rennsport verschrieben. Gemeinsam mit Trainerin Anna Benjamins wird eine klare Linie verfolgt und die heißt behutsamer Aufbau. Kinder beginnen mit zweimal Training in der Woche, Krafttraining kommt erst viel später hinzu. Lukas Reuschenbach etwa hat erst in diesem Jahr mit dem vollem Programm an den Geräten begonnen. Dafür ist er nun an sechs Tagen der Woche im Training auf dem Wasser unterwegs. In der Woche lebt, lernt und trainiert er im Sportinternat in Essen, am Wochenende stehen Kanal und Kraftraum beim TC 69 auf dem Programm. Wojdowski: „Auch bei Katharina Köther bremsen wir den Ehrgeiz noch aus, sie will viel mehr trainieren, als wir für gut halten.“Mit dem Kanal, der zwar eine der am meisten befahrenen Wasserstraßen Europas, aber dafür auch ein nahezu perfektes Trainingsgelände direkt vor der Haustür ist, sowie einer hungrigen und leistungsbereiten Jugend sind die Sterkrader fast wunschlos glücklich. Aber eben nur fast, denn wenn sie einen Wunsch frei hätten, würde sie einen neuen Kraftraum wählen. Ihr eigener ist winzig und mit veralteten Geräten ausgestattet. Im Winter geht es hin und wieder an die Wedau, wo im Stützpunkt Duisburg Eisen gestemmt und trainiert wird. Mit An- und Abfahrt geht einige Zeit verloren, die die Sterkrader lieber für effektives Üben nutzen würden. Sie hoffen darauf, dass in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Lösung gefunden wird, die die Sterkrader noch ein Stückchen weiter bringt. Damit aus Eisenstemmen zukünftig noch öfter Edelmetall wird.
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